ÖSTERREICH RECHNET 2026 MIT BUDGETDEFIZIT VON 4,1 PROZENT

Wien, 02. Okt (Reuters) - Das österreichische Finanzministerium rechnet für 2026 mit einem etwas geringeren Budgetdefizit als noch im Frühjahr angenommen. Der gesamtstaatliche Fehlbetrag werde voraussichtlich bei 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder 21,4 Milliarden Euro liegen, teilte das Ministerium am Freitag in Wien mit. Im März war die Regierung noch von einem Defizit von 4,2 Prozent ausgegangen. Grund für die leichte Verbesserung sei ein etwas höher als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr. Zusätzliche finanzielle Spielräume gebe es jedoch nicht. Die Schuldenstandsquote für 2026 wird nun auf 82,4 Prozent des BIP geschätzt, ein Prozentpunkt weniger als im März.

Gegen Österreich läuft ein EU-Defizitverfahren, nachdem die im Maastricht-Vertrag festgelegte Defizitgrenze von drei Prozent überschritten worden war. Damit steht der Haushalt unter verschärfter Beobachtung der EU-Kommission, im äußersten Fall drohen finanzielle Sanktionen. Den Angaben zufolge entfallen vom erwarteten Defizit 3,1 Prozent des BIP auf den Bund und die Sozialversicherungen, während Länder und Gemeinden 1,0 Prozent des BIP beisteuern. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erklärte, die Budgetsanierung sei trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage, der Energiekrise und zusätzlicher Ausgaben wie Dürrehilfen auf Kurs. "Wir verringern Schritt für Schritt wie geplant das Defizit", sagte er. Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) betonte, Ziel sei es, Österreich durch einen strengen Haushaltsvollzug wieder aus dem laufenden Verfahren zu führen.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter [email protected] (für Politik und Konjunktur) oder [email protected] (für Unternehmen und Märkte).)

2026-10-02T09:20:40Z