USA PLANEN ZöLLE AUF POLYSILIZIUM ZUM SCHUTZ VOR CHINA

Die US-Regierung bereitet Insidern zufolge die Einführung von Mindestpreisen und Zöllen auf Polysilizium und verwandte Produkte vor. Die Entscheidung werde noch in diesem Monat erwartet, sagten vier mit den Plänen vertraute Personen. Damit rücke ein für Solarmodule und Halbleiter wichtiges Material ins Zentrum der US-Bemühungen, in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Energie mit China zu konkurrieren.

Ziel sei es, US-Fabriken von Hemlock Semiconductor und der deutschen Wacker Chemie vor den wachsenden Ambitionen der Volksrepublik in der Chip-Lieferkette zu schützen. Geplant sei ein Mischsystem aus Mindestimportpreisen und Zöllen, hieß es weiter. Importeure, die in die US-Produktion von Wafern und Zellen investieren, sollen die durch die Handelsschutzmaßnahmen entstehenden Kosten ausgleichen können. Das Präsidialamt und das US-Handelsministerium äußerten sich zunächst nicht zu den Plänen.

Die chinesische Botschaft in Washington kritisierte die Pläne. Die US-Regierung solle die Zollmaßnahmen nach Abschnitt 232 des Trade Expansion Act so schnell wie möglich stoppen und die Bedenken aller Parteien durch einen Dialog auf Augenhöhe ausräumen, teilte die Vertretung mit. Die Vorschrift ermächtigt den Präsidenten, Importe zu beschränken, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft werden. Donald Trump hat diese Befugnis genutzt, um Zölle auf Produkte wie Stahl, Autos und Halbleiter zu verhängen. China verfügt über rund 80 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für Solaranlagen. (APA/Reuters)

2026-08-04T19:36:07Z