(Korrigiert Tippfehler im vorletzten Satz des ersten Absatzes: "CNBC" (nicht: "NBC")
05. Aug (Reuters) - Auch bei möglichen Reformen sollte die US-Notenbank Federal Reserve laut Währungshüter Neel Kashkari an ihrer Kommunikation mit Blick auf den Zinsausblick im Kern festhalten. Der Chef des regionalen Fed-Ablegers von Minneapolis plädierte am Mittwoch dafür, bei der Praxis zu bleiben, die sogenannte Reaktionsfunktion der Notenbank zu erläutern. Diese zeigt an, wie die Zentralbank mit Leitzinsanpassungen auf die Entwicklung wichtiger wirtschaftlicher Kennziffern wie etwa Inflation oder Arbeitslosigkeit reagieren kann. "Ich halte es für sinnvoll, die Tradition fortzusetzen, der Öffentlichkeit unsere Reaktionsfunktion zu erläutern und sie dann selbst ihre Schlüsse daraus ziehen zu lassen", sagte Kashkari dem Sender CNBC. Er äußerte sich vor dem Hintergrund der von Fed-Chef Kevin Warsh angestoßenen Reformpläne für die Kommunikation der US-Notenbank.
Warsh hat dafür eigens eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie soll ausloten, wie die Fed geldpolitische Beratungen und Entscheidungen kommuniziert. Der Fed-Chef erläuterte nach dem jüngsten Zinsentscheid seine Sicht der Dinge: Er betonte, das Erläutern einer Reaktionsfunktion sei für ihn in Krisenzeiten zwar "ein sehr kluges" Vorgehen. Doch mit Blick auf günstigere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erscheine es lohnenswert, dieses Konzept auf den Prüfstand zu stellen. Warsh hatte die Einrichtung von insgesamt fünf Arbeitsgruppen zur Reform der Notenbank bei seiner ersten Pressekonferenz als Notenbankchef im Juni angekündigt. Er ließ dabei Kritik an der Arbeit der Fed unter seinem Vorgänger Jerome Powell anklingen, die die Inflation in den vergangenen Jahren nicht in den Griff bekommen habe. Warsh ist zudem dafür, die aufgeblähte Bilanz der Notenbank zu verkleinern. Auch mit diesem Thema ist eine Arbeitsgruppe betraut. Warsh hofft, bis Jahresende Empfehlungen aus den Projektgruppen zu erhalten.
In der US-Notenbank mehren sich angesichts der hartnäckig hohen Teuerung die Rufe nach einer Zinserhöhung. Warsh hat sich jedoch mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs bewusst bedeckt gehalten. An den Terminmärkten wird darüber gerätselt, ob die Fed bald die Zinszügel anzieht. Die Chance auf einen Zinsschritt nach oben im September wird zurzeit auf rund 59 Prozent geschätzt.
(Bericht von Dan Burns, Reinhard BeckerRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter [email protected] (für Politik und Konjunktur) oder [email protected] (für Unternehmen und Märkte).)
2026-08-05T14:45:39Z